Heppenheims bunte Häuser begeistern spanische Schüler

Zum ersten Mal haben Schüler aus Spanien das Gymnasium Starkenburg besucht. Den Besuchern aus Katalonien hat die Altstadt Heppenheims besonders gut gefallen.

Wer am Montagvormittag über den Marktplatz von Heppenheim gegangen ist, hat die vielen jungen Menschen in kleineren Gruppen sicherlich bemerkt. Ein Sprachmix aus Spanisch, Englisch und Deutsch war zu hören. Es handelte sich um einen Schüleraustausch des Gymnasiums Starkenburg.

Erstmals waren spanische Schüler zu Gast in Heppenheim. Die Katalanier aus Girona im Nordosten Spaniens lernten bei einer geführten Tour durch die Stadt und einer anschließenden Stadtrallye auch die Altstadt Heppenheims mit ihren Fachwerkhäusern kennen. „Sie sind begeistert von den vielen bunten Häusern“, sagte Lehrerin Dr. Elena Schäfer, die gemeinsam mit Kollegin Katharina Wollowski und dem spanischen Gegenüber Blanka Fernandes und Joseph Giovanni vom Institut Montilivi diese erste Begegnung organisierte.

Spanischen Schülern werden Berliner und Brezeln serviert

In der Rathaushalle empfing Bürgermeister Rainer Burelbach. Die Spanier unter ihnen bekamen vom Bürgermeister ein T-Shirt mit der Aufschrift „Hepprum“, wie die Kreisstadt im Dialekt genannt wird, zur Begrüßung geschenkt. Landestypische Spezialitäten wie Brezeln und Berliner bekamen sie bei einem gemeinsamen Frühstück in der Schulmensa serviert. Am Nachmittag gab es Käsespätzle in der Fachwerkstube.

Auf dem Programm stehen in den nächsten Tagen des einwöchigen Aufenthalts auch ein Besuch in Heidelberg mit Schloss- und Innenstadtbesichtigung sowie eine Tour durch das Fußballstadion der Frankfurter Eintracht mit einem anschließenden Picknick im Zentrum der Stadt. Es stehen außerdem die Teilnahme am regulären Unterricht, ein Ukulele-Workshop und eine Abschiedsparty auf dem Programm, bevor es am Freitag wieder an den Karlsruher Bahnhof und zurück mit dem Zug in einer etwa zehnstündigen Fahrt nach Girona geht.

Heppenheims Bürgermeister freut sich über Schulbesuche

Die Idee zu dem Schüleraustausch sei bei ein paar Tapas in Girona zwischen Schäfer und Fernandes entstanden, sagten die beiden organisierenden Lehrerinnen. „Für uns war es wichtig, dass die Schüler und Schülerinnen nicht nur in der Schule begrüßt wurden, sondern auch von städtischer Seite. Sie sollen sich in unserer schönen Stadt insgesamt willkommen und wohlfühlen“, sagte Schäfer. Der Bürgermeister freute sich über den neuen Schüleraustausch. Regelmäßige Schulbesuche wie aus Le Chesnay in Frankreich und früher Westbend in den USA und wie jetzt mit Girona in Spanien seien das, was Europa ausmache. „Fremde Länder zu besuchen gibt den jungen Menschen die Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und mit Stereotypen aufzuräumen“, sagte der Bürgermeister.

Ungewohnt seien für die Spanier die dicken Daunendecken. „Sie haben auch festgestellt, dass die Toiletten höher und die Häuser bunter sind, ihre Türen leiser schließen und sie Spitzdächer haben“, sagte Fernandes. Unterhalten haben sich die Schüler der achten bis zehnten Klassen hauptsächlich in Englisch. Von den Spaniern konnte keiner die deutsche Sprache. Auf Heppenheimer Seite gab es immerhin schon Schülerinnen, die etwas Spanisch lernten. Emma sagte: „Mich interessiert das ganze Land. Ich finde die Sprache sehr schön und bin Fan vom FC Barcelona.“ Sie war schon zweimal im Urlaub in Spanien. Die spanischen Schüler wollten bei ihrem Besuch in Deutschland ihre Englischkenntnisse verbessern und mehr über andere Kulturen lernen. Aus der Spanisch-AG am Starkenburg Gymnasium wird künftig ein reguläres Fremdsprachenfach, zusätzlich zu Französisch, Latein, Englisch und Russisch.

(c) Echo-Online 19.03.26