Projektwoche am Starkenburg-Gymnasium: Weltoffen und bunt

Die Sonne stand hoch über dem Schulhof des Starkenburg-Gymnasiums in Heppenheim und eine besondere Energie lag in der Luft. Stimmengewirr, Lachen, Musik aus verschiedenen Räumen und der Duft nach frisch gebackenen Crêpes und exotischen Snacks durchzogen das Gebäude. Die ganze Schule war auf den Beinen. Es war der krönende Abschluss einer intensiven Woche, in der gelernt, gelacht, und gestaltet wurde.

Unter dem Motto „Unsere Schule – weltoffen und bunt!“ hatten sich die Jugendlichen den unterschiedlichsten Projekten mit Themen rund um Vielfalt, Nachhaltigkeit, Toleranz, kulturelle Begegnung und demokratische Werte angenommen. Und dabei wurde nicht nur diskutiert, sondern gehandelt.

Im Politik-Projekt „Demokratie erleben“ setzten sich die Teilnehmenden mit den Grundlagen der Gesellschaft auseinander. Es ging um Meinungsfreiheit, Desinformation, politische Radikalisierung – auch mit Blick auf aktuelle Entwicklungen in Deutschland und den USA. Es sei erschreckend, dass in einem so fortschrittlichen Land wie den USA ein so wichtiges Grundrecht wie die Pressefreiheit eingeschränkt wird – resümierte beispielsweise Jule Mandel aus der elften Klasse. Um demokratische Prozesse verständlich zu machen, hatten die Schüler eine Wahl simuliert – mit fiktiven Parteien, Programmen, Wahlkampfplakaten und einer echten Wahlkabine.

Vielfalt, Nachhaltigkeit und Chancen(un)gleichheit

Ein ganz anderer Zugang zur Welt bot das Projekt „Go East!“, in dem osteuropäische Länder im Fokus standen. Teilnehmer lernten kyrillische Schriftzeichen, erfuhren von Festtagstraditionen und beeindruckenden Landschaften. Dass Nordmazedonien so schön ist, hatten die meisten nicht gewusst. Auch kulinarisch ging es rund um den Globus: Von japanischen Reiskugeln über französische Crêpes bis hin zu tansanischen Snacks durften die Gäste sich durchprobieren. Nicht nur geistig, auch körperlich wurde einiges bewegt: Ob beim Beachhandball, Badminton, Mountainbiken oder Rückschlagspielen – die sportlichen Projekte sorgten für Teamgeist und Ausgleich.

Wer es ruhiger, aber nicht weniger kreativ mochte, war beim Upcycling-Projekt „Old but gold“ genau richtig: Hier entstanden aus alten Kleidungsstücken neue Unikate – ein Statement gegen Fast Fashion und für mehr Nachhaltigkeit. Besonders viel Gesprächsstoff lieferte das Projekt „Vielfalt verbindet“. Hier ging es um Stereotype, Privilegien und Chancen(un)gleichheit. Was bedeutet es, mit einem Vorsprung ins Leben zu starten? Welche Rollen spielen Herkunft, Geschlecht, Religion oder soziale Lage? Emotional wurde es auch auf der Theaterbühne. Die Aufführung des selbst geschriebenen Stücks „Der König und das Tier“ von Sebastian Lang berührte das Publikum ebenso wie die Inszenierung von „Kasper“ des Theaterprojekts „Ab auf die Bühne!“. Musikalisch sorgte das Musikprojekt unter der Leitung von Bernhard Godbersen für den passenden Rahmen – leise Töne, kraftvolle Rhythmen, Stimmen, die sich fanden.

Auch der Tierschutz spielte eine wichtige Rolle in der Projektwoche. In Zusammenarbeit mit der Organisation Pro Wildlife sammelten die Schüler alte Mobiltelefone, um mit dem Erlös Lebensräume für Affen zu schützen. Darüber hinaus engagierten sie sich für das Tierheim Heppenheim und setzten sich mit Fragen der Nutztierhaltung und des Auslandstierschutzes auseinander. 300 Euro konnten am Ende der Woche an das Tierheim übergeben werden – ein Ergebnis, das zeigt, dass Engagement auch ganz konkret etwas bewirken kann.

(c) Echo-Online, 7.7.25