Schülerprojekt mit Sirona am Starkenburg Gymnasium

Zehn Schüler und Schülerinnen aus der Begabtenförderung des Starkenburg Gymnasiums haben selbstständig an einem außerunterrichtlichen Forschungsprojekt in Kooperation mit der Firma „Dentsply Sirona“ aus Bensheim, einem Unternehmen spezialisiert auf Technik für Zahnmedizin, teilgenommen.

Die Schüler aus dem Leistungskurs Chemie des Jahrgangs 11 hatten vor den Sommerferien in der Projektwoche vier Tage bei Sirona geforscht und stellten, jetzt bereits in der Jahrgangsstufe 12, ihre Ergebnisse der Schulleitung mit einer Präsentation vor.

Sie recherchierten und forschten, um Kosten für ein Kombinationsgerät DAC Universal zur Reinigung, Ölung und Desinfektion sowie einen separaten Dampfsterilisator zu senken. Abwechselnd erklärten die Schüler die Funktion des Gerätes der Schulleiterin Katja Eicke und der bereits pensionierten früheren Fachbereichsleiterin Christiane Wüstner, die weiterhin für die Begabtenförderung zuständig ist. Vor Ort am Starkenburg Gymnasium zur Präsentation war auch Projektbetreuerin Christina Selle, Maschinenbau-Ingenieurin bei Sirona.

Schüler erklären Funktionsweise eines Geräts

Zunächst setzten sie sich mit dem Zyklus, folglich der Funktionsweise des Universalgerätes, auseinander. Es wäscht zuerst die zahnmedizinischen Instrumente wie den Zahnspiegel sowie Bohrer und Scaler, die als Aufsätze verwendet werden. „Zunächst erfolgt eine grobe Spülung, dann die eigentliche Reinigung. Im Anschluss wird Öl in die beweglichen Teile gepumpt. Danach erfolgt die thermische Desinfektion, damit Keime und Bakterien abgetötet werden“, erklärte ein Schüler. Mittels durchgeblasener Luft würden die Instrumente im letzten Schritt getrocknet. In der Regel dauere dieser voll automatisierte Prozess 22 Minuten.

Um herauszufinden, ob eine Kostenreduktion möglich ist, wurde am Druckkopf des DAC an drei verschiedenen Stellen die Temperatur gemessen. Ein präsentiertes Diagramm zeigte, dass die Messung an einer Stelle kein Ergebnis zeitigte, während bei den beiden anderen Messungen durchaus Amplituden ausschlugen. Berücksichtigt wurden die Langlebigkeit, die Art und Schlagfestigkeit des Plastiks, das für den Deckel genutzt wird.

Die Idee kristallisierte sich heraus, ein anderes Plastik für zwei Teile am äußeren Rand des Deckels zu verwenden, die nicht dem großen Druck und der Hitze ausgesetzt zu sein scheinen. Dadurch könnten 20 bis 40 Prozent des ursprünglichen PPSU-Plastiks gespart werden, was automatisch zur Kostenreduktion führe. Berücksichtigt wurde dabei auch, dass das Gerät Zahnärzten möglichst lange zur Verfügung stehen sollte.

Das statt dem PPSU-Plastik zu verwendende Polycarbonat sei ebenfalls hoch hitzebeständig. Doch das Rohmaterial sei kostengünstiger und zusätzlich leichter zu verarbeiten. Die Schüler hatten das Projekt zunächst in drei Unterrichtseinheiten mit ihrem Chemielehrer vorbereitet. „Bevor ich einen Kunststoff untersuche, muss ich erst einmal wissen, was ist ein Kunststoff“, sagte eine Schülerin.

Eine andere Schülerin fand die Arbeit mit Excel zum Erstellen von Diagrammen herausfordernd. Bei der Projektarbeit im Unternehmen hätten auch Kollegen von Maschinenbauerin Selle bei den Schülern vorbeigeschaut. Ein Schüler möchte nach dem Abitur tatsächlich Maschinenbau studieren. Ein weiterer Schüler hat sich bereits ein zweiwöchiges Praktikum bei Sirona gesichert. Viel Lob für die Schüler gab es von Selle, die am Ende der Präsentation noch Teilnahmebescheinigungen austeilte.

Kooperation auch schon im vergangenen Jahr

Schon im letzten Jahr kooperierte das Starkenburg Gymnasium mit Sirona Dentsply. Ob es eine Neuauflage in diesem Jahr bei der Unterstützung durch das Bensheimer Unternehmen geben würde, stand damals noch nicht fest. Dann habe der Vorgesetzte der Ingenieurin sie gefragt, ob sie eine Idee hätte. „Ein solches Forschungsprojekt für Schüler zu finden, möglichst ohne, dass sie einen Stromschlag bekommen, ist gar nicht so einfach“, sagte Selle.

Noch dazu sollte es ein Projekt sein, das auch in der Kürze der Zeit abschließbar sei und zu einem Ergebnis führe, sagte Selle. Die Schüler waren während der Projektwoche, die immer am Schuljahresende vor den Sommerferien stattfindet, vier Tage bei Sirona. Ob ihre Forschungsergebnisse beziehungsweise ihr Vorschlag zu dem „2 K-Plastik“, als einem Hybridplastik für den Hochdruckreiniger Anwendung finden wird, ist auch nicht sicher; aber immerhin seien die Schüler zu einem Ergebnis gekommen. Wüstner bedankte sich bei Selle und sagte, dass sie die geborene Lehrerin sei.

(c) Echo-Online, 26.08.25