Der Rotary-Club Bensheim-Heppenheim hat auch in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler des Starkenburg-Gymnasiums ausgezeichnet. Insgesamt 58 Jugendliche erhielten für ihre herausragenden Leistungen im zurückliegenden Schuljahr eine Urkunde oder einen Buchpreis. Sie alle hatten nicht nur mit glänzenden Noten überzeugt, sondern sich darüber hinaus engagiert, weitergebildet, Erfahrungen im Ausland gesammelt oder eigene Projekte vorangetrieben.
Die Koordination der Preisvergabe lag erneut in den Händen von Lehrerin Christiane Wüstner, die die Leistungen der Jugendlichen sichtbar machte. Hinter den Zahlen stehen Geschichten, die von Neugier, Disziplin und manchmal auch von kleinen Zweifeln erzählen. Drei der ausgezeichneten Schüler sprachen über ihren Weg – und zeigten, dass Leistungsbereitschaft auch mit Leidenschaft und Leichtigkeit verbunden sein kann.
Da ist etwa Yvon Bangyozov, 14 Jahre alt und in der neunten Klasse. Mit einem Schnitt von 1,2 gehört sie zu den Besten ihres Jahrgangs. Doch Zahlen sind für sie nur ein Teil der Wahrheit. Viel wichtiger ist ihre Begeisterung für Naturwissenschaften. Am Heidelberger Life-Science Lab, einer Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, vertieft sie ihr Wissen in Chemie und Astrophysik. „Mich interessiert, wie Dinge wirklich funktionieren – bis ins kleinste Detail. Ich habe so eine unerklärliche Motivation in mir, die treibt mich einfach an“, erklärt sie. Für das anstehende Schulpraktikum sucht sie noch einen Platz, am liebsten in der Forschung. „Naturwissenschaften faszinieren mich – da möchte ich später auf jeden Fall beruflich was machen.“
Intrinsische Motivation
Nela Diel, 18 Jahre alt und Schülerin der zwölften Klasse, war die Beste ihres Jahrgangs – mit 13,38 Punkten im Schnitt. Ihr Schwerpunkt liegt in Deutsch und Biologie. Doch das Lernen sei auch für sie nicht immer einfach. „Früher ist mir vieles in den Schoß gefallen. Heute habe ich eine intrinsische Motivation. Ich will einen guten Schnitt schaffen, weil ich später Medizin studieren möchte“, erzählt sie. Wenn die Motivation einmal fehlt, hilft ihr der Sport. „Ich gehe gerne laufen. Danach ist der Kopf frei, und ich habe wieder Platz für Neues. Ich habe auch den Anspruch an mich selbst, produktiv zu sein.“ Unterstützung kommt zwar auch von den Eltern, doch die eigentliche Energie, betont sie, entspringe ihr selbst.
Mitmachen, dann bleibt der Stoff präsenter
Auch Aaron Fischer, 16 Jahre, aus der elften Klasse, glänzte mit einem Durchschnitt von 1,2. Seine Stärken liegen in Mathe und Biologie. Medizin kann er sich ebenfalls als Studienrichtung vorstellen. Auf die Frage, wie er sein Erfolgsrezept beschreiben würde, sagt er: „Mein Tipp ist, viel im Unterricht mitzumachen. Dann bleibt alles präsenter im Kopf, und man muss später nicht so viel nachholen.“ Eigentlich, so erzählt er, habe auch er lange Zeit kaum lernen müssen. Doch mit Blick auf das Abitur verändere sich die Perspektive: „Die Motivation ist jetzt eine andere.“
Ob sie schon einmal das Schimpfwort „Streber“ gehört hätten? Alle drei nicken, aber sie nehmen es gelassen. „Es kommt immer darauf an, wer das sagt“, meint Ivon. „Wir stehen da drüber“, ergänzt Nela. Vorbilder für andere wollen sie trotzdem nicht unbedingt sein. „Aber wenn Mitschüler Fragen haben, helfen wir gerne“, betont Aaron. Pausen machen, Sport treiben, Neugier behalten – es sind diese Bausteine, die neben klugen Köpfen den Erfolg der Jugendlichen erklären.
(c) Echo-Online, 27.08.25










