Heppenheimer Schüler bekamen Einblicke in die Kultur der Massai

Das Starkenburg-Gymnasium Heppenheim stärkt die Schulpartnerschaft mit dem Projekt Endarofta in Tansania. Eine Projektwoche zeigte die Massai-Kultur. Außerdem wurde über ein Videotelefonat direkter Kontakt hergestellt.

Eine ganz besondere Projektwoche liegt hinter den Schülerinnen und Schülern des Heppenheimer Starkenburg-Gymnasiums. Im Zeichen der Völkerverständigung drehte sich in einer Projektarbeit alles um die noch junge Schulpartnerschaft mit der Endarofta Secondary School in Tansania. Unterstützt wurde das Projekt, mittlerweile zum vierten Mal, durch den in Beedenkirchen ansässigen Verein Freunde der Endarofta.

Vertreten wurde der Verein von den beiden Vereinsvorsitzenden Kirsten und David Schellhaas. Ziel der Projektwoche war es, die Verbindung zwischen den beiden Schulen lebendig werden zu lassen, Vorurteile abzubauen und den Teilnehmenden tiefe Einblicke in das Leben, das Lernen und den Alltag Gleichaltriger in Ostafrika zu vermitteln.

Die Jugendlichen setzten sich intensiv mit den landestypischen Gegebenheiten, der Geografie und dem tansanischen Schulsystem auseinander. Zu den Höhepunkten zählten das gemeinsame Kochen eines traditionellen tansanischen Gerichtes, nämlich Samosas, sowie der kreative Austausch. Wie schon in den vergangenen Jahren wurden dabei auch mittels moderner Medien direkte Brücken nach Tansania geschlagen.

Die neuen Fünftklässler werden bereits einbezogen

Der in den vergangenen Jahren unter anderem mithilfe von Spenden des Starkenburg-Gymnasiums ausgestattete Computerraum an der Endarofta Secondary School machte ein Video-Telefonat mit Sister Sindano, der Schulleiterin der Partnerschule, möglich. Die Schülerinnen konnten Fragen stellen, sich über den Schulalltag austauschen und unmittelbar erleben, wie nah die Partnerschaft trotz der großen Entfernung tatsächlich sein kann.

Auch die Kreativität kam nicht zu kurz: Unter Anleitung von Vereinsmitglied Bärbel fertigten die Schülerinnen typische Massai-Armkettchen an und erhielten dabei einen ganz praktischen Einblick in die Kultur der Massai.

Am letzten Projekttag rückte schließlich die tansanische Küche in den Mittelpunkt. Die Schülerinnen erfuhren, wie in Tansania gekocht und gemeinsam gegessen wird, bevor sie selbst Samosas zubereiteten. An einem Informationsstand durften Schülerinnen, Lehrkräfte und Familien die selbst hergestellten Speisen probieren und konnten sich über die Schulpartnerschaft informieren.

Darüber hinaus brachten sich die Schülerinnen bei der Gestaltung des Einführungsgottesdienstes für die neuen Fünftklässler ein. Sie tragen damit dazu bei, von Beginn an ein Gefühl der Gemeinschaft und Verbundenheit mit der Partnerschule zu schaffen.

Der Verein aus dem Lautertaler Ortsteil Beedenkirchen begleitete das Projekt von Anfang an eng. Vereinsgründer und Vorsitzender David Schellhaas, der selbst einst als Freiwilliger ein Jahr lang an der Schule in Karatu unterrichtete, zeigt sich von dem Engagement in Heppenheim begeistert. Es sei beeindruckend zu sehen, mit wie viel Herzblut und Neugier sich die Schülerinnen und Schüler auf diese fremde Kultur eingelassen haben, freut sich David Schellhaas. Die Jugendlichen hätten schnell verstanden, dass sie trotz der großen geografischen Distanz und unterschiedlicher Lebensrealitäten unheimlich viel verbinde. Für die Zukunft erhofft sich der Verein eine nachhaltige Festigung der Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren sollen, wobei der digitale Kontakt über den in Endarofta eingerichteten Computerraum stetig ausgebaut werden soll.

Den Freunden der Endarofta gehe es nicht darum, eine reine Einbahnstraße der Entwicklungshilfe aufzubauen. Ziel sei vielmehr eine echte Begegnung auf Augenhöhe, betonte der Vorsitzende David Schellhaas weiter. Durch diesen direkten Austausch schärften die Jugendlichen am Starkenburg-Gymnasium ihren Blick für die Welt und lernten, globale Zusammenhänge besser zu verstehen, da genau solche Partnerschaften globale Freundschaften wachsen ließen.

Brieffreundschaften sollen die Kontakte vertiefen

Um diesen persönlichen Austausch auch über die Projektwoche hinaus zu vertiefen, soll künftig eine Brieffreundschaft zwischen Schülerinnen und Schülern beider Schulen entstehen. So können die Jugendlichen regelmäßig miteinander in Kontakt bleiben, mehr über den Alltag der jeweils anderen erfahren und die Verbindung zwischen Heppenheim und Endarofta weiter wachsen lassen.

Mit den am Präsentationstag gesammelten Spenden sollen Projekte an der Endarofta Secondary School unterstützt werden. Ziel ist es, den dortigen Schülerinnen und Schülern eine bessere digitale und schulische Infrastruktur zu ermöglichen, sodass die Brücke zwischen Heppenheim und Tansania dank der Projektwoche nun ein großes Stück stabiler geworden ist.

Weitere Informationen über die Freunde der Endarofta gibt es unter freunde-der-endarofta.de. Spenden sind möglich über die Bankverbindung Freunde der Endarofta, IBAN: DE60 5519 0000 0716 3640 13.

(c) BA 09.08.26