Heppenheimer Schüler ausgezeichnet

Sie haben starke Leistungen in einem schwierigen Jahr erbracht: Mit Urkunden und Buchpreisen werden sehr gute und hochbegabte Schüler des Starkenburg-Gymnasiums geehrt.

Das hessische Kultusministerium hat im Schuljahr 2020/21 zehn Schulen im Kreis Bergstraße das „Gütesiegel Hochbegabung“ verliehen. Das Starkenburg-Gymnasium in Heppenheim hat 85 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 5 bis 10 mit Urkunden ausgezeichnet, deren Zeugnisse einen besseren Notendurchschnitt als 1,8 auswiesen. 64 Hochbegabte mit einem Schnitt unter 1,5 erhielten Buchpreise, die der Rotary Club Bensheim-Heppenheim gespendet hatte. Deren Präsident, der Jurist Dr. Robert Beier, hat 1994 das Abitur am Starkenburg-Gymnasium abgelegt. Er überreichte die Bücher. Die Urkunden verteilten Direktorin Katja Eicke und Christiane Wüstner, Leiterin des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften. Die Direktorin lobte die Leistungen, die umso höher zu bewerten seien, als das Schuljahr 2020/21 von der Corona-Pandemie geprägt war. Homeschooling statt Unterricht im Klassenverband zwang sämtliche 1000 Kinder und Jugendliche, Eltern und Lehrern zu radikalem Umdenken. „Das war eine Zeit, die euch viel abverlangt hat. Dass es euch trotzdem gelungen ist, diese Leistungen zu vollbringen, ist bewundernswert“, sagte die Direktorin. Katja Eicke erwähnte, dass manche Schüler während des Lockdowns Nachteile zu ertragen hatten. Am Starkenburg-Gymnasium soll nach den Herbstferien mit dem Landesprogramm „Löwenstark“ verpasster Lernstoff aufgeholt werden; mit Förderkursen, individueller Lernbegleitung im Unterricht und Hausaufgabenbetreuung. Die Direktorin sagte, dass die Schule vom Land Hessen 52 000 Euro erhält. Mit dem Geld könne man beispielsweise zusätzliche Lehrkräfte bezahlen. Eicke und Wüstner betonten, dass bei den Bemühungen, Hochbegabte zu fördern, schwächere Schüler nicht vernachlässigt werden. Auch am Starkenburg-Gymnasium habe die Pandemie die Digitalisierung vorangetrieben. Die Schule sei vergleichsweise gut vorbereitet gewesen. Seit zwölf Jahren ist das Heppenheimer Gymnasium „Notebook-Schule“. Insgesamt 30 Computer aus dem Inventar seien an Schüler verliehen worden, die zu Hause keinen Zugang zum Internet hatten. So sei es im Frühjahr 2020 innerhalb weniger Tage gelungen, den Unterricht von den Klassenzimmern virtuell in die Elternhäuser zu verlegen. Im 80-köpfigen Lehrerkollegium sei ein Medienteam gebildet worden, um die technischen Herausforderungen zu bewältigen, sagte die Schulleiterin. Wünschenswert sei, dass an jeder Schule ein „IT-Hausmeister“ für die Administration zuständig wäre. Bei der Verleihung von Urkunden und Büchern wurde deutlich, dass es nicht allein um gute Zeugnisnoten geht. Die Lehrer loben besonders, wenn neben guten Leistungen soziale Kompetenz zu erkennen ist. Auch das scheint unter den Allerbesten im Starkenburg-Gymnasium der Fall zu sein, denen mit dem Begriff „Streber“ Unrecht getan würde. Viele der Musterschüler engagieren sich in Arbeitsgemeinschaften, nähten am Anfang der Pandemie Corona-Masken oder helfen in ihrer Freizeit, wenn sie beispielsweise für ein Videoprojekt des Kreises gebraucht werden. Drei Schüler fehlten bei der Preisvergabe. Sie waren schon wieder auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Im Luisenpark in Mannheim gehörten sie zu den Teilnehmern der Erlebnistage „Explore Science“. (c) Echo 08.10.2021